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30.01.2012
Palmöl-Biodiesel schadet Klima am meisten Experte: EU schürt CO2-Freisetzung in Tropenregionen

Palmöl-Plantage: verheerende Klimabilanz
Bogor/Wien - Biodiesel aus den Ölpflanzen Palmöl, Jatropha und Soja schadet dem Klima mehr als fossile Treibstoffe...

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06.01.2012
Wieso helfen Bäume dem Klima?

Leser fragen, Klimaexperten antworten. Diesmal will Roland Klein aus Regensburg wissen: „Wieso ist das Pflanzen von Bäumen zum Ausgleich für ausgestoßenes CO2 ein Beitrag zum Klimaschutz? Bei der Verrottung oder Verbrennung wird doch wieder die gleiche Menge CO2 frei, die vorher gebunden wurde...

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28.12.2011
VDA: Nutzfahrzeuge werden CO2-Bilanz weiter verbessern

Während des Nutzfahrzeugsymposiums in Berlin hat der Verband der Automobilindustrie seine unterstrichen: ,,Der CO2-effiziente Lkw wird auch in Zukunft den Löwenanteil der Gütertransporte in Deutschland schultern...

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Aktuelle Meldungen

30.01.2012

Palmöl-Biodiesel schadet Klima am meisten Experte: EU schürt CO2-Freisetzung in Tropenregionen

Palmöl-Plantage: verheerende Klimabilanz
Bogor/Wien - Biodiesel aus den Ölpflanzen Palmöl, Jatropha und Soja schadet dem Klima mehr als fossile Treibstoffe. Diese Anklage, die bereits seit einigen Jahren besteht, haben nun Forscher durch Analysen von zwölf Betrieben in sechs Entwicklungsländern in Zahlen gefasst. "Die Ergebnisse verdeutlichen, dass wir vieles von dem, was wir bisher im Namen des Klimaschutzes betrieben haben, einstellen müssen", sagt Louis Verchot vom Center for International Forestry Research http://cifor.org .
Palmöl erst im Jahr 2200 rentabel
Bei der Verbrennung setzt Biodiesel um 40 bis 75 Prozent weniger CO2 frei als klassischer Diesel. Eine Betrachtung des freikommenden Kohlenstoffs über den gesamten Lebenszyklus - also inklusive der Produktion der Pflanzen - verdirbt jedoch oft die Rechnung, verdeutlicht die in der Zeitschrift "Ecology and Society" veröffentlichte Studie. "Biosprit ist nicht grundsätzlich schlecht, doch gibt es die nötigen Voraussetzungen für eine nachhaltige Produktion weitaus seltener als die meisten Menschen annehmen", so der Studienleiter.
In Indonesien etwa werden für Palmöl zunehmend Tiefmoorwälder abgeholzt und abgebrannt - bis 2020 laut Schätzungen in einer Fläche der Größe Westdeutschlands (2,5 Mio. Hektar). Tiefmoor speichert mehr Kohlenstoff als der Regenwald. Bei seiner Zerstörung kommen 200 bis 300 Tonnen CO2 pro Hektar frei, zusätzlich noch jährlich zehn Tonnen für die Trockenlegung und Zersetzung. "Erst nach 200 Jahren Biodiesel-Produktion aus Palmöl ist die Kohlenstoff-Schuld abbezahlt", betont Verchot.
Auch Jatropha und Soja fallen durch
Doch auch die Biodiesel-Pflanze Jatropha, die in Ghana, Sambia und Tansania untersucht wurde, schneidet vernichtend schlecht ab. Hier beträgt die CO2-Schuld je nach Anbaugebiet 100 bis 300 Jahre, zudem ist dieser Öllieferant ertragsärmer als die Ölpalme. Als etwas weniger schädlich zeigte sich im Vergleich Biodiesel aus Sojabohnen des Graslandes im brasilianischen Matto Grosso, was auf die geringe vorhandene Biomasse zurückgehen dürfte.
Dabei wurden jedoch soziale Aspekte in der Untersuchung noch nicht berücksichtigt. Land, das für den Anbau von Nahrungsmitteln geeignet ist und noch nicht genutzt wird, ist auf dem Planeten äußerst knapp. Großflächige Pflanzungen für Biotreibstoffe vertreiben in vielen Regionen die kleinen Landbesitzer, die teils keine Landtitel haben, was oft zu Konflikten führt. Ein Beispiel dafür liefert das Zuckerrohr-Ethanol aus Kolumbien (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20100127112 ).
EU trägt Mitschuld
"Zwar hat Biodiesel aus Palmöl, Jatropha und Soja seinen Ruf heute verspielt, die Produktion wird jedoch in Zeiten steigender Ölpreise und hohem Bedarf an pflanzlichen Ölen immer noch ausgeweitet", betont Jurrien Westerhof, Energieexperte bei Greenpeace http://greenpeace.org , auf pressetext-Anfrage. Mitschuld daran trägt auch Europa - verfolgt die EU doch das Ziel, bis 2020 ein Zehntel der Transporttreibstoffe aus ökologischen Quellen zu beziehen. Ein Teil des deutschen Biodiesels fällt auch heute auf Palmöl-Importe (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110721022 ). Aktualisierung (27.1., 12:40 Uhr): Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie betont, dass der Palmöl-Anteil des Biodiesels an deutschen Tankstellen gering sei. "Der in Deutschland produzierte Biodiesel ist zu über 90 Prozent aus Raps hergestellt. In Deutschland wird genug Biodiesel für die Deckung des inländischen Bedarfs produziert. Mineralölhändler können natürlich auch Biodiesel von ausländischen Herstellern beziehen, ebenso wie deutscher Biodiesel ins Ausland exportiert werden kann", so Verbandssprecher Wolf-Dietrich Kindt gegenüber pressetext. Originalstudien unter http://www.ecologyandsociety.org/issues/view.php?sf=68


06.01.2012

Wieso helfen Bäume dem Klima?

Leser fragen, Klimaexperten antworten. Diesmal will Roland Klein aus Regensburg wissen: „Wieso ist das Pflanzen von Bäumen zum Ausgleich für ausgestoßenes CO2 ein Beitrag zum Klimaschutz? Bei der Verrottung oder Verbrennung wird doch wieder die gleiche Menge CO2 frei, die vorher gebunden wurde." Christine Moser und David Walmsley von der Universität Lüneburg antworten ihm. Um herauszufinden, welche Pflanzen sich wie auf den CO2-Gehalt der Atmosphäre auswirken, muss man die langfristige Kohlenstoffbilanz des pflanzlichen Ökosystems betrachten – die so genannte Netto-Biome-Produktion. Eine solche Bilanzierung umfasst möglichst alle Ein- und Austräge von Kohlenstoff und somit auch die Kohlenstoffemissionen durch Verbrennung oder Verrottung der Biomasse. Die Netto-Biome-Produktion von Wäldern ist im Allgemeinen höher als die von Gras- und Ackerland. Der Hauptgrund hierfür ist der Grad der Verholzung der Biomasse: Je höher der Verholzungsgrad, desto stabiler ist die abgestorbene Biomasse. Je stabiler die Biomasse, desto schwerer abbaubar ist sie für Mikroorganismen, die an der klimawirksamen Verrottung beteiligt sind. Da der Anteil an stark verholztem Gewebe bei Bäumen besonders hoch ist, kann eine Aufforstung auf Böden, auf denen zuvor keine Bäume wuchsen, beträchtliche und langfristige Kohlenstoffspeicher schaffen. Der Boden ist also der eigentliche Kohlenstoffspeicher. Und erst das Zusammenspiel von Bäumen, Boden und anderen Faktoren in dem Ökosystem Wald trägt zum Schutz des Klimas bei.


28.12.2011

VDA: Nutzfahrzeuge werden CO2-Bilanz weiter verbessern

Während des Nutzfahrzeugsymposiums in Berlin hat der Verband der Automobilindustrie seine unterstrichen: ,,Der CO2-effiziente Lkw wird auch in Zukunft den Löwenanteil der Gütertransporte in Deutschland schultern. Das bevorstehende Wachstum des Güter-verkehrs kann - neben den anderen Verkehrsträgern - nur mit dem Nutzfahrzeug bewältigt werden", betonte Matthias Wissmann, Präsident des VDA. Wissmann unterstrich: ,,Nutzfahrzeuge tragen über 70 Prozent der gesamten Güterverkehrsleistung und sind damit das Rückgrat unserer modernen Industriegesellschaft." Der VDA-Präsident wies darauf hin, dass Nutzfahrzeuge ihre CO2-Bilanz entscheidend verbessert haben und sie auch in Zukunft noch weiter deutlich verbessern werden. ,,Moderne Lkw sind wahre Spritsparkünstler. Ein 40-Tonner im Fernverkehr verbraucht heute im Durchschnitt nur noch rund 30 Liter auf 100 Kilometer." Pro Tonne Ladegewicht liege der Verbrauch damit bei nur einem Liter je 100 Kilometer. ,,Der Ein-Liter-Lkw ist also heute bereits Realität." Wissmann sagte weiter: ,,Diese Fortschritte bei der Kraftstoffreduzierung haben dazu geführt, dass der Lkw heute für zahlreiche Relationen und Transportarten bei den CO2-Emissionen mit den anderen Verkehrsträgern mindestens auf Augenhöhe ist, auf kurzen und mittleren Strecken hat er die Nase vorn." Auch die klassischen Schadstoffe, wie Partikel oder Kohlenwasserstoffe, seien drastisch verringert worden, so der VDA-Präsident. Mit der Einführung von Euro-VI-Motoren bei Nutzfahrzeugen werde eine weitere Reduktion um bis zu 97 Prozent gegenüber 1990 erzielt. Um das starke Verkehrswachstum der kommenden Jahre zu bewältigen, müssten alle Verkehrsträger ihre Leistungsfähigkeit deutlich erhöhen. Wissmann warb dafür, dass ,,Nutzfahrzeuge, Bahn, Binnenschifffahrt sowie Luft- und Seeverkehr sich frei von jeder Ideologie ergänzen können". Das Prinzip einer modernen Verkehrspolitik laute ,,intelligent kombinieren statt gegeneinander ausspielen". Es sei zu begrüßen, dass sich die Bundesregierung dieses Ziel mit dem Aktionsplan Güterverkehr und Logistik auf die Fahnen geschrieben habe. Dagegen verfolge die Europäische Kommission eine Strategie der Verlagerung von Verkehr. Der richtige Ansatz sei dagegen eine ,,kluge politische Regulierung", die neue Möglichkeiten für ökologische Innovationen schaffe. So könne man mit einer sinnvollen Anpassung von Maßen und Gewichten die Kapazität des Straßengüterverkehrs mit vergleichsweise einfachen Mitteln erhöhen. ,,Wenn für das gleiche Transportvolumen statt drei herkömmlicher Lkw künftig nur noch zwei Lang-Lkw benötigt werden, sind bis zu 30 Prozent Kraftstoffersparnis möglich. Der Lang-Lkw ist deswegen ein echter Ökolaster", sagte Wissmann. (ampnet/nic)


20.11.2011

Urwaldrodung setzt viel CO2 frei Treibhausgase aus dem Tropenwald: Kohlendioxid aus tiefen Bodenschichten

Wissenschaftler der Universität von Göttingen haben in einem Forschungsprojekt in Costa Rica eine entscheidende Entdeckung gemacht: Beträchtliche CO2-Mengen können aus den tieferen Bodenschichten eines Tropenwaldes freigesetzt werden und so den Treibhauseffekt fördern. Das Abholzen der Bäume steigert die CO2-Emissionen dramatisch, berichten die Forscher http://www.uni-goettingen.de . Zusammen mit Ökologen aus Costa Rica und den USA haben die Wissenschaftler des Göttinger Instituts für Bodenkunde und Waldernährung http://wwwuser.gwdg.de/~ibw sechs Jahre lang die Kohlenstoffkonzentration in den Böden sowie die Freisetzung und Speicherung von CO2 untersucht. Nach den jüngsten Ergebnissen geben nämlich auch ungestörte tropische Wälder vermehrt Kohlendioxid in die Erdatmosphäre ab, wenn es zu einem Temperaturanstieg im Zuge der globalen Klimaentwicklung kommt, berichtet Forschungsleiter Edzo Veldkamp in den internationalen Fachzeitschriften "Global Change Biology" und "Biogeochemistry". Die Zunahme der Kohlendioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre ist nicht nur die Folge der Verbrennung fossiler Brennstoffe, sondern auch der Abholzung tropischer Regenwälder. Bisher haben die Wissenschaftler angenommen, dass diese zusätzliche CO2-Emission aus den oberen Bodenschichten der abgeholzten Flächen stammt. Die Forscher konnten nun zeigen, dass in den tiefern verwitterten Bodenschichten sehr viel mehr Kohlenstoff enthalten ist als bisher angenommen. "In vielen Teilen der Tropen sind die Böden viel älter und mit bis zu 50 Metern sehr viel tiefer als Waldböden in Mitteleuropa, da sie nicht von den Eiszeiten berührt wurden", erklärt der Forscher. Die bisherige Annahme, der in tiefen Bodenschichten gespeicherte Kohlenstoff sei eingeschlossen und könne nicht von Mikroorganismen zu Kohlendioxid abgebaut werden, wurde von den Forschern widerlegt. Die Forschungsergebnisse aus Costa Rica zeigen, dass noch in vier Metern Tiefe Mikroorganismen vorhanden sind, die den Kohlenstoff abbauen. "Wenn diese Gebiete abgeholzt werden, kann es so zu einer unerwartet hohen Freisetzung von Kohlendioxid kommen", erklärt der Wissenschaftler. Doch könne auch der Schutz der Bestände möglicherweise nicht verhindern, dass in Zukunft vermehrt CO2 aus den Tropenwäldern in die Atmosphäre abgegeben wird. Die Forscher haben in ungestörten tropischen Wäldern Indizien gefunden, dass schon ein geringer Temperaturanstieg zu einer vermehrten CO2-Produktion in den tieferen Bodenschichten führt. "Tropische Regenwälder sollten nicht in andere Landnutzung umgewandelt werden. Aber selbst dies kann möglicherweise nicht verhindern, dass sie in Zukunft erhöhte Mengen an Kohlendioxid abgeben", erklärt Veldkamp. Auf die Frage, ob ein Tropenwald dem Treibhauseffekt entgegenwirken könnte, haben die Experten ein ernüchterndes Ergebnis bekommen. "Die Speicherung verläuft so langsam, dass sie nur über mehrere Jahrtausende wirksam wird", erklärt der Wissenschaftler.